19 November 2020
Die Konzerngarantie – wie funktioniert sie?

Alle auf der PeerBerry-Plattform angebotenen Kredite haben eine Rückkaufgarantie. Kredite, die von Unternehmen der Aventus- und der Gofingo-Gruppe vergeben werden, sind zusätzlich durch eine Konzerngarantie geschützt. D. h. alle Unternehmen der Aventus-Gruppe unterstehen der Garantie der Aventus-Gruppe und die der Gofingo-Gruppe einer Garantie ebendieser. Die Konzerngarantie in Verbindung mit der Rückkaufgarantie fungiert als doppelter Schutz für PeerBerry-Investoren.

Die von Unternehmen der Aventus-Gruppe über die PeerBerry-Plattform vergebenen Kredite machen etwa 70 % des gesamten Kreditportfolios aus. Wir baten Andrejus Trofimovas, CEO der Aventus-Gruppe, zu erläutern, was die rechtliche Grundlage der Konzerngarantie ist und wie diese im Bedarfsfall funktionieren würde.

Die Aventus-Gruppe ist eine Unternehmensgruppe, die in verschiedenen Ländern tätig ist. Können Sie erläutern, auf welcher rechtlichen Grundlage die Konzerngarantie für die einzelnen Unternehmen des Konzerns angewendet werden soll?

Der ursprüngliche Zweck der Konzernbürgschaft besteht darin, Investoren einen umfassenden Schutz zu gewährleisten.

Wenn ein Unternehmen unserer Gruppe in finanzielle Schwierigkeiten geriete und nicht in der Lage wäre, die Rückkaufgarantie umzusetzen, würde die Konzernbürgschaft greifen, d. h. alle Verbindlichkeiten dieses Unternehmens würden gemäß dem Vertrag über die Konzernbürgschaft durch das bürgende Unternehmen gedeckt.

Ich möchte betonen, dass wir seit Beginn unserer Partnerschaft mit PeerBerry keinen einzigen Fall gehabt haben, in dem diese Garantieform erforderlich gewesen wäre und wir sehen auch keine Anzeichen dafür, dass dies der Fall sein wird.

Der gesamte Kreditbestand der Konzernunternehmen belief sich Ende Oktober auf 75,8 Mio. EUR. Unsere Verbindlichkeiten gegenüber P2P-Investoren belaufen sich derzeit auf etwa 18,5 Mio. EUR. Wir rechnen bereits mit einem Nettogewinn von etwa 10 Mio. EUR aus unserem Geschäft in diesem Jahr. In Anbetracht der Tatsache, dass wir ständig eine Barreserve bereithalten, können wir problemlos alle Investoren in relativ kurzer Zeit auszahlen.

Was die rechtliche Seite anbelangt, so gibt es mehrere Garantien zwischen unseren Unternehmen untereinander – diese haben Konzerngarantievereinbarungen mit separaten Unternehmen der gesamten Gruppe unterzeichnet. Ich möchte betonen, dass alle Unternehmen der Aventus-Gruppe am Modell der Konzernbürgschaft beteiligt sind, auch diejenigen, die nicht im P2P-Bereich auftreten. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Unternehmen, die im P2P-Sektor arbeiten, die Hälfte der Gewinne der gesamten Gruppe erwirtschaften. Bei der Beurteilung des Gewinns und Eigenkapitals dieser Unternehmen würde es ausreichen, nur zwischen diesen Unternehmen Konzernbürgschaftsverträge zu unterzeichnen. Wir möchten jedoch einen maximalen Schutz der Investoren gewährleisten, weshalb wir alle Konzernunternehmen in das Konzerngarantiemodell einbeziehen.

Bevor wir die Konzernbürgschaft in unserer Gruppe verankerten, haben wir uns mit Anwälten beraten, die Erfahrung im Umgang mit den Konzernbürgschaftsmodellen in großen multinationalen Unternehmen haben, und ich glaube, dass das von uns gewählte Modell nicht nur rechtlich korrekt, sondern auch innerhalb der Gruppe sehr wirksam ist.

Bei der Umsetzung des Garantiemodells der Gruppe haben wir unsere Unternehmen in verschiedene Rentabilitätsstufen eingeteilt. Die größte Rolle im Garantiemodell des Konzerns spielen die polnischen und ukrainischen Unternehmen. Jedes relativ neue Unternehmen, das im P2P-Sektor tätig ist, hat Konzerngarantieverträge mit mindestens zwei rentablen Unternehmen unserer Gruppe. Zum Beispiel hat unser vietnamesisches Unternehmen Senmo eine Konzernbürgschaft sowohl von der Aventus-Gruppe als auch von der Gofingo-Gruppe, da sich das Unternehmen im Mitbesitz der Gofingo-Gruppe befindet.

In diesem Zusammenhang haben kleinere Unternehmen starke Partner gewonnen, die nicht nur eine regelmäßige Überwachung ihrer Leistung sicherstellen, sondern auch Ratschläge für eine effektivere Arbeit erteilen.

Einige Investoren sind der Meinung, dass eine Konzerngarantie nur dann sinnvoll ist, wenn die konsolidierten Finanzen der Gruppengesellschaften zur Verfügung stehen. Was würden Sie darauf antworten?

Es ist alles das sinnvoll, was zum Vorteil des Kunden wirkt. PeerBerry-Investoren haben noch nie verspätete Auszahlungen oder ausstehende Zahlungen erlebt, weil wir eben zugunsten des Investors handeln. Wenn es die Garantien nur auf Papier gibt, ergibt das natürlich keinen Sinn. Leider sehe ich auf dem Markt, dass den Anlegern in einigen Fällen eine Rückkaufgarantie versprochen wurde – in manchen Fällen sogar eine Konzerngarantie, aber für den Kunden diese Garantien gar nicht ausgelöst wurden. Das ist eine unfaire Praxis, die wir nicht tolerieren.

Wenn ich über die zusätzliche Garantie der Aventus-Gruppe und die finanzielle Konsolidierung der Gruppe spreche, muss ich sagen, dass dies in unserem Fall nicht notwendig ist. Erstens, weil die Garantieverträge des Konzerns rechtlich zwischen verschiedenen Konzernunternehmen unterzeichnet werden. Alle unsere Konzernunternehmen operieren als getrennte rechtliche Einheiten, die getrennte Abschlüsse nach lokalen Gesetzen und regulatorischen Anforderungen erstellen. Ich möchte betonen, dass alle Unternehmen unseres Konzerns ihre Finanzen prüfen müssen und dies wird auf lokaler Länderebene sehr streng kontrolliert. Im Jahr 2019 war die Prüfung nur in Kasachstan noch freiwillig – ab diesem Jahr wird die Prüfung der Jahresabschlüsse auch in diesem Land zur Pflicht.

Wir untersuchten die Möglichkeiten der Finanzkonsolidierung unserer Gruppe und die Prüfung eines konsolidierten Finanzberichts, aber aufgrund der unterschiedlichen Gesetze und Steuern in den verschiedenen Ländern ist dieser Prozess so komplex, dass der Preis des gesamten Prozesses zu hoch ist, um den Nutzen zu rechtfertigen, den wir aus dieser Konsolidierung ziehen würden.

Es wäre nicht einmal möglich, die Finanzen aller unserer Unternehmen vollständig zu konsolidieren, da einige Unternehmen teilweise im Mitbesitz anderer juristischer Personen sind, wie im Falle von Senmo, wo das vietnamesische Unternehmen im Mitbesitz der Gofingo-Gruppe ist.

Innerhalb unseres Geschäftsmodells und unserer Gesetze ist eine operative und finanzielle Konsolidierung für uns nicht zwingend erforderlich. Die Unternehmen der Aventus-Gruppe vergeben keine Anleihen, nehmen nicht an den Aktienmärkten teil und sind im Nichtbankensektor tätig, sodass wir sie einfach nicht brauchen. Falls sich die Gesetze ändern und es anderweitig erforderlich wäre, würden wir tun, was das Gesetz verlangt. Wir konzentrieren uns immer auf unsere Kernziele, die da sind: 1) auf allen Märkten, auf denen wir tätig sind, profitabel zu sein und 2) hervorragende Leistungen zu erbringen, einschließlich Erfüllung aller Garantieversprechungen für die Anleger, was wir zusammen mit PeerBerry bereits seit drei Jahren tun.

Anmerkung: Die Konzernbürgschaftsverträge sind interne Dokumente, die zwischen den Konzerngesellschaften unterzeichnet werden. Der Aventus-Konzern behält sich das Recht vor, diese Verträge nicht der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. PeerBerry verfügt über Kopien dieser Verträge, ist aber selbst nicht Vertragspartei. Daher ist PeerBerry auch nicht berechtigt, die Gruppen-Garantieverträge auf andere Weise zu veröffentlichen oder offenzulegen.